PNRR-Einrichtungen: die ersten gehen in Betrieb
Die wohl größten organisatorischen und finanziellen Investitionen im Rahmen des Staatlichen Wiederaufbauplans PNRR betreffen die Gemeinschaftshäuser und -krankenhäuser, die nun an verschiedenen Standorten in Südtirol entstehen. Die ersten von ihnen befinden sich unmittelbar vor der Fertigstellung.
Zum Teil werden die Gemeinschaftshäuser neu erbaut, zum Teil in bestehenden Gesundheitssprengeln untergebracht, die zu diesem Zweck kleineren Umbau- und Adaptierungsarbeiten unterzogen wurden. Je nach Umfang des Betreuungsangebotes wird bei den Gemeinschaftshäusern zwischen „Hubs“ und „Spokes“ unterschieden. Das Hub- Gemeinschaftshaus bietet komplexere Gesundheitsdienstleistungen an und ist für die Kontinuität der Versorgung zuständig, mit einer garantierten ärztlichen Präsenz rund um die Uhr und sieben Tage in der Woche. Das Spoke-Gemeinschaftshaus hingegen ist eine kleinere Einrichtung der Primärversorgung, die Basisdienstleistungen anbietet und als Kontaktstelle zwischen der Bevölkerung und dem Gesundheitssystem fungiert, wobei sie für komplexere Fälle mit dem Hub verbunden ist. Es ist montags bis samstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet.
„Die Eröffnung der neuen Gemeinschaftshäuser und Gemeinschaftskrankenhäuser ist ein wichtiger Schritt im Ausbau der Gesundheitsversorgung in Südtirol. Die neuen Häuser werden die Krankenhäuser entlasten und Bürgerinnen und Bürgern als niedrigschwellige Anlaufstelle bei gesundheitlichen Anliegen dienen“, so der Landesrat für Gesundheitsvorsorge und Gesundheit Hubert Messner.
Die folgenden Gemeinschaftshäuser nehmen in den nächsten Monaten ihren Betrieb auf: Im Gesundheitsbezirk Bozen Löw Cadonna (Hub) und Leifers (Spoke), im Bezirk Meran die Häuser Naturns und Mals (beide Spokes); in Brixen das Gemeinschaftshaus Brixen (Hub) und Klausen (Spoke) und im Bezirk Bruneck Innichen (Spoke), wobei im Herbst dann auch das neu errichtete Gemeinschaftshaus in Bruneck (Hub) folgen soll.
Das Gemeinschaftshaus Leifers ist beispielsweise ein Neubau. Es nimmt nach der Fertigstellung die Dienste des bisherigen Gesundheits- und Sozialsprengels auf und verfügt außerdem über Ambulatorien für die Allgemeinmedizin und für den ärztlichen Bereitschaftsdienst. Im obersten Stock wird zudem eine Palliativabteilung mit 12 Betten untergebracht.
Bei den anderen Gemeinschaftshäusern, die unmittelbar vor der Fertigstellung stehen und noch 2026 in Betrieb gehen sollen, handelt es sich um bereits bestehende Sprengelstrukturen. Die Arbeiten in diesen Gebäuden dienen – gemäß den Umwelt- und Klimaschutzvorgaben des PNRR – der energetischen Sanierung und, falls nötig, der Umgestaltung oder Neuerrichtung von Räumen. Ebenfalls in Betrieb gehen mit Ende Mai die beiden Gemeinschaftskrankenhäuser Bozen und Meran. In Bozen wird das Gemeinschaftskrankenhaus im Gebäude W in der ehemaligen Geriatrie-Abteilung in unmittelbarer Nähe des Krankenhauses untergebracht. Es verfügt über 20 Intermediärbetten, die der vollständigen klinischen Stabilisierung der Patientinnen und Patienten vor der Entlassung dienen. In Meran befindet sich das Gemeinschaftskrankenhaus vorerst in der Reha- Abteilung des Krankenhauses und weist 10 Intermediärbetten auf. In beiden Fällen handelt es sich nur um provisorische Unterbringungen. Sowohl in Bozen als auch in Meran und weiters auch in Neumarkt sind bereits neue Baulichkeiten für die definitive Unterbringung der Gemeinschaftskrankenhäuser im Entstehen. Die Inbetriebnahme ist für 2027 bzw. 2028 geplant.
Maria Hechensteiner




