Corona-Impfung: Studie bestätigt hohe Wirksamkeit
Eine umfangreiche bevölkerungsbasierte Studie in Südtirol hat die Wirksamkeit der SARS-CoV-2-Impfung bei der Prävention schwerer Krankheitsverläufe, Krankenhaus- und Intensivstationseinweisungen sowie Todesfällen bestätigt.
Die Studie, die Daten aus dem Winter 2021/2022 analysierte, zeigt, dass sowohl die Grundimmunisierung als auch die Auffrischungsimpfungen einen signifikanten Schutz boten. Selbst in einer Region wie Südtirol, die im nationalen Vergleich eine vergleichsweise niedrigere Impfquote aufwies, bestätigte sich diese Wirkung.
Die retrospektive Studie der Epidemiologischen Überwachungseinheit des Südtiroler Sanitätsbetriebes in Zusammenarbeit mit der Universität Modena und Reggio Emilia umfasste Daten von 93.643 Patientinnen und Patienten, die im genannten Zeitraum positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden waren. Der Untersuchungszeitraum war durch den Übergang von der Delta- zur Omikron-Variante gekennzeichnet. Strenge soziale Einschränkungen gab es im Untersuchungszeitraum nicht. Die Forscher analysierten den Impfstatus der Infizierten und setzten diesen in Beziehung zu den Krankheitsausgängen.
Die Ergebnisse belegen einen klaren Vorteil für geimpfte Personen: Geimpfte Patientinnen und Patienten hatten im Vergleich zu Ungeimpften ein signifikant geringeres Risiko, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden, auf die Intensivstation zu kommen oder an COVID-19 zu sterben. Ähnliche Risikominderungen wurden auch bei Patientinnen und Patienten mit einer Auffrischungsimpfung (Booster) beobachtet – unabhängig von Geschlecht, Alter und der vorherrschenden Virusvariante.
Und: Die mediane Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation war für ungeimpfte Personen mit neun Tagen signifikant länger als für geimpfte Personen mit Grundimmunisierung (vier Tage) oder einem Booster (sieben Tage). Die Wirksamkeit der Impfstoffe zur Verhinderung einer Hospitalisierung lag bei 61 Prozent für die Grundimmunisierung und 67 Prozent für die Auffrischungsdosis.
Auch das Sterberisiko war bei Geimpften signifikant niedriger. Die Effizienz gegen einen schweren Krankheitsverlauf mit Todesfolge betrug 59 Prozent bei einer Grundimmunisierung und 79 Prozent nach Verabreichung einer Booster- Dosis. Eine weitere Erkenntnis der Studie: Je länger die letzte Impfdosis zurücklag, umso höher wurde die Wahrscheinlichkeit eines schweren Krankheitsverlaufs.
Fazit: Die Studie bestätigt die Wirkung der Impfstoffe, schwere COVID-19-Erkrankungen zu verhindern. Trotz der besonderen geografischen und kulturellen Situation Südtirols und der hiesigen Impfskepsis unterstreichen die Daten den gesundheitlichen Nutzen und die potenzielle Kostenersparnis durch die Reduzierung von Krankenhausaufenthalten.
Die Autorinnen und Autoren, darunter Antonio Lorenzon und Catalina Doina Cristofor vom Südtiroler Sanitätsbetrieb, kommen zu dem Schluss, dass im Studienzeitraum sowohl die Grundimmunisierung als auch die Booster-Impfungen schwere Krankheitsverläufe effektiv verhindern konnten.
Die Studie wurde bereits in der renommierten Fachzeitschrift International Journal of Public Health veröffentlicht.
Peter A. Seebacher