Wir waren Olympia!
Vom 6. Februar bis 22. Februar 2026 war Südtirol olympisch – und der Südtiroler Sanitätsbetrieb war mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei den olympischen Biathlonwettbewerben in Antholz mittendrin.
Als am 6. Februar 2026 im Stadion von San Siro, in Livigno, in Predazzo und in Cortina d’Ampezzo die Flamme der Olympischen Winterspiele 2026 entzündet wurde, war das auch der Startschuss für die Olympischen Spiele in Südtirol. Denn diesmal war Südtirol nicht nur Zuschauer, wie bei Turin 2006, sondern auch Protagonist und Austragungsort.
In Antholz wurden diesmal nämlich die olympischen Biathlonbewerbe ausgetragen. Und damit rückte auch der Südtiroler Sanitätsbetrieb ins Zentrum des Geschehens. Denn wo sonst alljährlich Weltcup-Atmosphäre herrscht, ging es diesmal um Olympia, erwartet wurden zehntausende Zuschauerinnen und Zuschauer, Athletinnen und Athleten aus aller Welt, Betreuerstäbe, Medien. Für sie alle sollte die medizinische Versorgung garantiert werden und dafür zuständig war der Südtiroler Sanitätsbetrieb.
Die Planung dafür hatte lange vor dem ersten Startschuss in der Antholz-Arena begonnen. Unter der Leitung von Primar Marc Kaufmann, der von der Stiftung Fondazione Milano Cortina 2026 als Medical Care Manager für Antholz bestellt worden war, wurde eine eigene Projektgruppe aufgestellt, die ein umfassendes Versorgungskonzept entwickelte. Dieses musste sich konsequent an den strengen Vorgaben der Stiftung Milano-Cortina 2026 sowie des Internationalen Olympischen Komitees orientieren.
Das Ziel: In Zusammenarbeit mit den Rettungsorganisationen sollten im Ernstfall mehrere Einsatzbereiche abgedeckt werden können. Das Konzept sah unter anderem ein neunköpfiges Team von Ärztinnen und Ärzten, Krankenpflegerinnen und -pflegern sowie Technikern des Medical Services vor, das vom Medical Care Manager koordiniert wird.
Das Team der Medical Services wiederum kümmerte sich um die notfallmedizinische Versorgung im gesamten Bereich der Biathlon Arena, sei es im Stadion, sei es entlang der Rennstrecke sowie in den verschiedenen Versorgungsbereichen. Für die Athletinnen und Athleten stand eine eigene Medical Station Athletes zur Verfügung. Mitglieder der olympischen Familie, Zuschauerinnen und Zuschauer, Freiwillige und Arbeitskräfte konnten sich für gesundheitliche Probleme an die sogenannte Medical Station Spectators oder an eines der mobilen Teams wenden. An Renntagen hielten sich in der Antholz Biathlon Arena mehr als 20.000 Personen auf, für welche die medizinische Versorgung gewährleistet werden musste. In der Medical Station Spectators wurde eine integrierte Leitstelle als Nebenstelle der Landesnotrufzentrale eingerichtet.
Am Fußballplatz in Niederrasen befand sich die Polyklinik des olympischen Dorfes. In den dortigen Ambulatorien für Innere Medizin und Orthopädie und Traumatologie konnten Athletinnen, Athleten und Team Officials erstversorgt und bei Bedarf an eines der olympischen Krankenhäuser überwiesen werden. Den Ärzten und Ärztinnen in der Polyklinik standen Geräte zur Basisdiagnostik, wie EKG, Ultraschall, Röntgen und Labor zur Verfügung. In der Polyklinik wurden den Athleten auch physiotherapeutische Leistungen angeboten. Außerdem konnten Athletinnen und Athleten und Team Officials in der olympischen Apotheke mit Medikamenten versorgt werden.
An der Polyklinik in Niederrasen befand sich während der Dauer der Olympischen Winterspiele 2026 auch ein Notarzt- und Rettungsstützpunkt. Von dort wurden im Auftrag der Landesnotrufzentrale Einsätze im gesamten Einzugsgebiet – nicht nur für Athleten und Team Officials sondern für die gesamte Bevölkerung – durchgeführt. Außerdem stand in dieser Zeit in Brixen der Notarzthubschrauber Pelikan 2 für täglich 24 Stunden in Bereitschaft. Das Landeskrankenhaus Bozen sowie die Krankenhäuser Bruneck und Brixen wurden als olympische Krankenhäuser ausgewiesen. Diese wurden nach dem Hub & Spoke-Modell organisiert, wobei dem Landeskrankenhaus Bozen, als Einrichtung der Maximalversorgung, die Rolle des Hubs zukam.
Peter A. Seebacher
An Wettkampftagen standen für die Gesundheitsversorgung insgesamt 89 Personen im Einsatz, davon
- 9 Personen des Leitungsteams,
- 10 Ärzte/Ärztinnen, 13 Krankenpflegerinnen und -pfleger,
- 2 Physiotherapeutinnen und -therapeuten,
- 1 Röntgentechnikerin/-techniker,
- 1 Pflegehelferin/-helfer,
- 1 Disponentin/Disponent,
- 1 Verwaltungsmitarbeiterin/-mitarbeiter,
- 1 Ersatzleiterin/-leiter Rettungsdienst,
- 39 Sanitäterinnen/Sanitäter,
- 6 Freiwillige der Bergrettung sowie
- 5 Motorschlittenfahrerinnen/-fahrer.
Die im Zuge der Spiele neu angeschafften medizinischen Geräte werden nun auch nach Ende der Olympischen Spiele weiterverwendet und leisten somit einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Südtirol.
Olympia in Südtirol war eine großartige Teamleistung mit vielen Beteiligten aus unterschiedlichen Bereichen. Neben den Mitarbeitenden des Südtiroler Sanitätsbetriebes sorgten auch Mitarbeitende der Agentur für Bevölkerungsschutz, Berufsfeuerwehrleute, Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren, Freiwillige des Roten und Weißen Kreuzes, Ortspolizistinnen und -polizisten, Mitarbeitende der Ordnungskräfte sowie die Mitglieder der Gemeindeleitstelle dafür, dass die olympischen Biathlonwettbewerbe in Antholz geordnet und sicher ablaufen konnten.











