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Südtiroler Sanitätsbetrieb | 12.08.2019 | 15:43

LR Widmann kündigt Aufwertung der Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders an

Am 9. August 2019 startete Landesrat Thomas Widmann, zusammen mit den Mitgliedern der Generaldirektion des Sanitätsbetriebes, eine Tour durch die Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders. Die Botschaft ist klar: Die Grundversorgung soll aufgewertet werden.

LR Widmann kündigt Aufwertung der Krankenhäuser Innichen (im Bild), Sterzing und Schlanders anZoomansichtLR Widmann kündigt Aufwertung der Krankenhäuser Innichen (im Bild), Sterzing und Schlanders an

Alle drei Häuser sollen auch künftig der Dreh- und Angelpunkt in der Gesundheitsversorgung jeweils im oberen Pustertal, im Wipptal und im Vinschgau bleiben, für Einheimische, Gäste und zeitweilig Anwesende. Diese Aussage stellte Gesundheitslandesrat Thomas Widmann in den Mittelpunkt seiner Pressekonferenzen am 9. August 2019 in den Krankenhäusern Innichen, Sterzing und Schlanders, an denen auch der Generaldirektor des Sanitätsbetriebes, Florian Zerzer, die jeweiligen Bezirksdirektorinnen und -direktoren bzw. deren Stellvertreter und die ärztlichen Direktoren der jeweiligen Häuser teilnahmen.

Kleine Krankenhäuser erhalten und sinnvoll nutzen
Gesundheitslandesrat Widmann ließ keinen Zweifel daran, dass die Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders weiterhin eine zentrale und unverzichtbare Rolle für das gesamte obere Pustertal, das Wipptal und den Vinschgau spielen werden, sowohl in gesundheits- wie auch strukturpolitischer Hinsicht: „Wir müssen die kleinen Krankenhäuser erhalten, absichern und sinnvoll nutzen. Vor allem in ländlichen Gebieten spielen die Krankenhäuser eine zentrale Rolle. Ein Krankenhaus ist in diesen Gebieten meistens auch der größte Arbeitgeber und der wichtigste Wirtschaftsfaktor. Zudem haben sie für die Gemeinde und den Bezirk auch eine soziale Bedeutung und einen Nutzen, der über die Bedeutung für die Gesundheitsversorgung hinausgeht.“

Bei Treffen mit den verschiedenen Interessensvertretungen, vor allem mit den Verantwortlichen in Betrieb und Gesundheitsbezirk, sowie Mitarbeitenden war in den vergangenen Wochen analysiert worden, welches die Bedürfnisse vor Ort sind und Möglichkeiten der Absicherung und Aufwertung liegen. Der Landesrat baut dabei vor allem auf die „Stimme der Fachleute“: „Ich habe in den vergangenen Wochen versucht, mir selbst ein Bild zu machen; ich will nicht von oben etwas vorgeben – wenn mir die Fachleute plausibel und fundiert erklären, dass es zum Beispiel dieses oder jenes braucht, so werde ich mich für meinen Teil dafür einsetzen, dies umzusetzen.“

Hochwertiges Leistungsangebot auch in Zukunft

Was das für die Krankenhäuser Innichen, Sterzing und Schlanders und die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Oberpustertal, im Wipptal und im Vinschgau bedeutet, erläuterten Generaldirektor Florian Zerzer und die jeweiligen ärztlichen Direktoren Gottfried Kühebacher (Innichen), Michael Engl (Sterzing) und Robert Rainer (Schlanders): Demnach wird es in allen Häusern auch künftig ein qualitativ hochwertiges Leistungsangebot in den Bereichen der Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliation geben. Im Rahmen der landesweit abgestuften Versorgung muss vor allem auf die Gesundheitsbedürfnisse der ansässigen Bevölkerung eingegangen werden. Es wird deshalb in allen Krankenhäusern weiterhin die Poliambulatorien, die Notaufnahme, die klinischen Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Anästhesie und Notfallmedizin geben, im Krankenhaus Schlanders auch die Gynäkologie und Geburtshilfe.

In Innichen kommt die Rheuma-Reha neu dazu. Das pädiatrische Angebot bleibt im Krankenhaus Innichen.

In Sterzing wird der hochspezialisierte Dienst für Neuro-Rehabilitation bleiben, ebenso das pädiatrische Angebot.

In Schlanders wird es auch weiterhin die zentrale Überwachungsstation, genannt ZÜST, geben. Zudem verfügt Schlanders über die neu eingerichtete Rheuma-Fachambulanz, die Phlebologie wird ausgebaut und die in die Chris-Studie integrierte Knochendichtemessung. Auch hier bleibt das pädiatrische Angebot bestehen.

In allen drei Häusern wird auch zukünftig die Versorgung von orthopädisch-traumatologischen Patienten ein Schwerpunkt sein. 

Die detaillierte Verortung von Diensten im Netzwerk der sieben Krankenhäuser wird in der klinischen Betriebsordnung festgelegt.

Primariate ausschreiben
Ein Ziel, so Landesrat Widmann, sei es, die Attraktivität der kleinen Spitäler wieder zu steigern, um auch künftig Fachkräfte – Ärzte, Krankenpfleger, Angehörige der Gesundheitsberufe, qualifizierte Verwaltungsfachkräfte – zu gewinnen. „Als Gesundheitslandesrat habe ich deshalb den Betrieb beauftragt, zügig die Nachbesetzung der mit den Fachleuten vereinbarten Primariate umzusetzen: In Innichen und in Schlanders sind derzeit die Allgemeinchirurgie und die Anästhesie/Notfallmedizin geschäftsführend besetzt, in Sterzing das Primariat für Anästhesie/Notfallmedizin. Diese sollen baldmöglichst ausgeschrieben werden.“

Direktor Zerzer erläuterte zudem, dass gerade den kleinen Spitälern angesichts des demographischen Wandels eine wichtige Grundversorgungsfunktion zukomme. Sie seien auch gemäß Umfragen bei den Bürgerinnen und Bürgern sehr geschätzt: „Künftig müssen wir die sieben Spitäler des Landes noch  mehr vernetzen und sicherstellen, dass die Qualität der Versorgung gleichwertig garantiert ist.“

Die ärztlichen Direktoren Kühebacher, Engl und Rainer zeigten sich erfreut und grundsätzlich optimistisch: „Schon allein die Tatsache, dass der Gesundheitslandesrat und der Generaldirektor diese Pressekonferenzen in unseren Krankenhäusern abhalten, zeigt, dass es ihnen ernst ist mit deren Aufwertung und der konkreten Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen. Mit ärztlicher Direktion, Pflegedienstleitung, klinischen Abteilungen als Primariate, einem breiten ambulanten Angebot und der Notaufnahme können wir nun mit Zuversicht in die Zukunft blicken.“

(LPA/SF)


Krankenhaus Sterzing Zoomansicht Krankenhaus Sterzing
Krankenhaus Schlanders Zoomansicht Krankenhaus Schlanders

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