Hauptinhalt

Südtiroler Sanitätsbetrieb | 30.06.2010 | 10:56

Traumreise oder Albtraum?

Nicht nur Bikini und Badehose zählt: In den Diensten für Hygiene und öffentliche Gesundheit werden Reiserisiken individuell besprochen, sodass der Erholung nichts mehr im Weg steht.

Malediven (TDB)Malediven (TDB)

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Obwohl es viele Erzählungen von einzigartigen Traumreisen gibt, würde man die eine oder andere schmerzliche Urlaubserinnerung lieber aus dem Gedächtnis streichen. Viele böse Erfahrungen lassen sich aber vermeiden, wenn man gewisse „Spielregeln“ beachtet. Je weiter die Reise geht, desto sorgfältiger will sie überlegt und geplant sein. Grundsätzlich gilt: Reisen in der Gruppe ist risikoärmer, als auf eigene Faust die Welt erobern zu wollen.

Ganz spezielle Verhaltensregeln gelten für Rucksackreisende. Die Empfehlung für Impfungen bei Auslandsreisen richtet sich nach den Einreisevorschriften, der Gesundheitsversorgung in den Urlaubsländern, der Urlaubsdauer und dem Reisestil (Strandferien, Trekking).

Je nach Gesundheitszustand (Alter, Schwangerschaft, Allergien, chronische Leiden, regelmäßige Medikamenteneinnahme, Immunschwäche) sollten bestimmte Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden. „Kinder und ältere Menschen reagieren bei ungewohnten Lebensmitteln völlig anders, als Reise-Profis. Grundsätzlich empfehle ich Reisenden in Malariagebiete immer die Malariaprophylaxe zu machen. Schwangeren und Kleinkindern rate ich dringend von einer Reise in Malariagebiete ab“, erklärt Dr. Josef Simeoni, Primar des Dienstes für Hygiene und Öffentliche Gesundheit Bozen. Die Reiseberatungen können bei den Hygienediensten beantragt werden (dafür werden 15 Euro berechnet, plus Kosten für die einzelnen Impfungen).

Hier finden sie einige praktische Empfehlungen:

Ernährung und Trinkwasser - Viel Flüssigkeit zu sich nehmen (nur aus original verschlossenen Wasserflaschen), nur gut Gekochtes essen, nur geschältes Obst essen, Blattgemüse meiden.
Insektenschutz – Geschlossene Schuhe, Socken, langärmelige, möglichst helle Bekleidung. Nie in stehenden Gewässern baden (hohe Infektionsgefahr). Insekten sind Überträger vieler Krankheiten. Moskitonetz nicht vergessen.
Sonne und Hitze - Kopfbedeckung, Sonnenbrille, hautbedeckende Kleidung ratsam, Mittagssonnemeiden, Sonnenbad – zeitlich begrenzen – nur mit Sonnencreme von Lichtschutzfaktor (min. 30), Säuglinge nicht der Sonne aussetzen. Viel Flüssigkeit zu sich nehmen (Thromboserisiko).
Rucksackreisende sollten für die gesamte Tour passende Kleidung einplanen (Wetterschwankungen). Gutes Schuhwerk, Kopfbedeckung und Reiseapotheke nicht vergessen.

Was gehört in die Reiseapotheke?
Gesunde Personen sollten nur allgemeine und notwendige Medikamente mit auf die Reise nehmen, z.B. gegen Durchfall (wenn dieser über zwei Tage anhält Arzt aufsuchen), Fieber, Schmerzen, Seekrankheit, Sonnenbrand, usw. Wunddesinfektionsmittel, Sonnenschutz, Moskitonetz nicht vergessen. Für Abenteuerreisende gehören auf jeden Fall auch Insektenschutz, Notfallkit, Taschenlampe, Kompass, Uhr, Karten in den Rucksack.

Informationen und Vormerkung zur Reiseberatung:
Amt für Hygiene des Gesundheitsbezirkes Bozen 0471 909 264
Amt für Hygiene des Gesundheitsbezirkes Meran 0473 222 535
Amt für Hygiene des Gesundheitsbezirkes Brixen 0472 812 460
Amt für Hygiene des Gesundheitsbezirkes Bruneck 0474 586 542

(Quelle: Dolomiten "Gesundheit aktuell" vom 29. Juni, Text leicht geändert)

(FS)